
Der Ägyptische Kulturladen „papyri“ ist ein Kulturprojekt und besteht seit 1986.
Unser Grundgedanke ist, den kulturellen Austausch zu fördern. Dieser soll zum besseren Verständnis der Kulturen des Vorderen Orients beitragen und vorhandene kulturelle Gemeinsamkeiten zwischen Orient und Okzident aufzeigen.
Kulturarbeit ist ein wichtiger Teil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf der Grundlage gegenseitiger Akzeptanz.
Die Konflikte zwischen dem orientalischen Osten und dem europäischen Westen existieren nicht erst seit dem 11. September 2001. Durch Wunschdenken allein können diese Konflikte nicht gelöst werden. Sie müssen eher offen ausgetragen werden.
Den Menschen auf beiden Seiten muß sowohl das Unterschiedliche wie auch das Gemeinsame ihrer Kulturen bewusst werden. Nur so können wir auf den Abbau von vielen Vorurteilen hoffen und durch das Gemeinsame eine gewisse Annährung finden.
Sprache und Literatur öffnen uns ein Tor zur Welt. Sie spiegeln Kultur und Gesellschaft wider und erleichtern den Menschen den Zugang zueinander.
Die Sprache ist das wichtigste Medium im Umgang der Menschen miteinander. Mit ihr übermitteln wir unsere Haltungen und Einstellungen. Sie trägt in sich die wesentliche Komponente und Merkmale einer Kultur. Sich eine Fremdsprache anzueignen heißt, sich einer vermeintlich fremde Kultur zu öffnen.
"Das Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt "
Dieses arabische Sprichwort geht auf die Zeit der kulturellen Blüte im vorderen Orient zurück und hebt den besonders hohen Stellenwert des Buches hervor. Seit einigen Jahrhunderten verliert die Lesekultur bei vielen Arabern jedoch permanent an Bedeutung. Folglich führt dieses zur Geringschätzung des Buches sowohl als Mittel des kulturellen Austausches zwischen den Völkern und deren Kulturen als auch als ein wichtiger Bildungszweig für die Entwicklung einer Zivilgesellschaft im arabischen Raum.
„Die bisherige Geschichtsschreibung Ägyptens von den Anfängen bis heute ist eine Aneinanderreihung von einzelnen historischen Geschehnissen, die in keinem wechselseitigem Bezug zueinander stehen. Sie kommt einer zusammen gewürfelten Anthologie von einem einzigen Romanschreiber gleich.“ So schrieb 1961 der Kulturwissenschaftler Hussein Fawzi in seinem Buch “Sendbad Misri – Ägyptischer Sendbad ”.
Man könnte hier zu der Annahme neigen, dass historische Kontinuität und gesunde nationale Identität vom Alten Ägypten über das christliche bis hin zum arabisch-islamischen Ägypten auch deshalb den Ägyptern seit langem abhanden gekommen ist.
Nicht nur für die meisten Ägypter beginnt nach Auffassung des Autors die Zivilisation ihres Landes erst mit der Islamisierung im Jahre 640 n. Christus. Bis auf die kurzen Phasen des nationalen und kulturellen Erwachens in den zwanziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts blieb Ägypten seit dem Niedergang der letzten Pharaonendynastien fremdbestimmt.
In zunehmender Weise definiert sich auch heute die gesamte ägyptische Gesellschaft lediglich über anachronistisches und von religiösen Dogmen durchdrungenes Gedankengut, das ihr die Kraft zur Erneuerung vehement nimmt.
Kaum wird dieses Land aus seinem tiefen Schlummer erwachen, um seinen Platz unter den heutigen modernen Zivilgesellschaften einzunehmen, da wird es rasch mit großem Staunen feststellen, dass gerade diese Gesellschaften seiner eigenen, ihm schon längst verloren gegangenen Hochkultur einen wichtigen Baustein ihrer modernen Zivilisation zu verdanken haben.
Selbst die altgriechische Kultur, eine der Hauptsäulen der europäischen Renaissance, wurde auch von der Kultur Altägyptens befruchtet.
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